Unglaubliches Weihnachten – faszinierende Geschichte, einmalige Bräuche

So habt ihr Weihnachten wahrscheinlich noch nie gesehen! In dieser besinnlichen Zeit kommt es einem so vor, als wären Advent und Weihnachten schon immer so gewesen und würden überall auf dieselbe oder zumindest ähnliche Weise gefeiert. Weit gefehlt: es ist viel faszinierender und überraschender, als ihr glaubt!

Faszinierendes Weihnachten Blog Wilde Hilde
Klassische Darstellung der Weihnachtskrippe

Lange vor dem heutigen Weihnachten wurde von vielen europäischen Kulturen am 21. Dezember schon die Wintersonnenwende – die längste Nacht des Jahres – oder der Mittwinter gefeiert. Danach werden die Tage wieder länger und somit die Nächte kürzer. Allerdings wurde das Weihnachtsfest nicht daraus abgeleitet oder der Brauch umgewandelt. Der Termin von Weihnachten wurde tatsächlich ganz einfach aus der Verkündigung des Engels Gabriel an Maria – hierfür gilt der 25. März als Datum – plus 9 Monate errechnet, und daher der 25. Dezember festgelegt.

Diese doch etwas ernüchternde Herleitung ist darauf zurück zu führen, dass für die Christen ursprünglich das Osterfest mit dem Tod und der Auferstehung Christi viel wichtiger waren als seine Geburt. Erst im Verlauf der Jahrhunderte wurde die Geburt Jesu bedeutsamer und zugleich stieg die Verehrung der Maria als Mutter Gottes, so dass sich daraus quasi ein neues Ritual und Brauchtum entwickelte.

Mit dem Brauch des Christkindes an Weihnachten ist es noch spezieller: denn es ist eigentlich eine Erfindung der Protestanten aus dem 16. Jahrhundert, nach Meinung einiger Wissenschaftler sogar eine Figur von Martin Luther. Und obwohl es somit ein Symbol der Protestanten war, die die Verehrung katholischer Heiliger wie Sankt Nikolaus ablehnten, gilt es heute vor allem auch im katholischen Weihnachten als Symbol für das Weihnachtsfest und ist für die zuverlässige Zustellung der Geschenke zuständig.

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Das heute typische Bild des Weihnachtsmanns mit einem Kind auf dem Schoß

Diese Aufgabe hatte zuvor seit dem 6. Jahrhundert der heilige Nikolaus, er wurde nach und nach in weiten Teilen durch das Christkind oder den Weihnachtsmann ersetzt. In Amerika entwickelte sich aus der niederländischen Variante, dem Sinterklaas, durch die Einwanderer der heute werbeträchtige Santa Claus. In Russland diente der Weihnachtsmann als Vorlage für den personifizierten Winter, Väterchen Frost. Letztendlich sind aber alle Versionen auf den Heiligen Nikolaus zurück zu führen.

Neben dem eigentlichen, religiösen Weihnachtsfest und den Geschenken gibt es aber noch erstaunlich viele erstaunliche Bräuche, die sich zum Beispiel in den verschiedenen Ländern mittlerweile etabliert haben. In Schweden versammeln sich die Familien seit den 60er Jahren jedes Jahr an Heiligabend nachmittags um 15 Uhr, um gemeinsam das alljährliche Donald-Duck-Special im Fernsehen zu schauen. Und auch in Japan geht es jedes Jahr um Geflügel. Allerdings klingelt dort an Weihnachten vor allem beim Fast-Food-Anbieter KFC die Kasse. Denn traditionell stürmen die Japaner die KFC-Läden zum „Kurisumasu ni wa kentakii“, also um gebratenes Hähnchen bei „Kentucky zu Weihnachten“ zu essen.

Die Spanier hingegen fiebern vor allem „dem Fetten“ entgegen! Allerdings weder dem fetten Braten, noch dem dicken Kerl mit dem Rauschebart – sondern „El Gordo“, dem seit 1812 ausgespielten, riesigen Weihnachtslotterie-Jackpot mit aktuell bis zu 2,3 Milliarden EUR Gesamtgewinn! Die besonders hohen Gewinnchancen, im Verhältnis zu normalem Lotto, versetzen traditionell quasi das ganze Land ins Lottofieber. Und dank Globalisierung und Internet mittlerweile auch viele Tipper und Glücksritter in anderen Ländern.

Ein besonders liebenswerter Brauch findet in Kanada seine Bestimmung. Dort hat die kanadische Post im Jahr 1982 eine eigene Postleitzahl für den Weihnachtsmann eingerichtet, so dass man ihm kostenlos ohne Briefmarke schreiben kann. Wenn ihr ihm bis zum 16. Dezember an „Santa Claus, North Pole H0H 0H0, Canada“ schreibt, bekommt ihr auch eine Antwort.

Es gibt natürlich noch viele weitere einzigartige und teils skurrile Bräuche. Der mittlerweile leider obligatorische Kaufrausch dagegen dürfte in den meisten Ländern annähernd gleich sein. Von daher freut sich heutzutage natürlich vor allem der Einzelhandel ebenfalls jedes Jahr auf die Weihnachtszeit. In den letzten 10 Jahren ist der Umsatz des Einzelhandels im Weihnachtsgeschäft alleine in Deutschland noch einmal von ca. 80 auf sagenhafte über 100 Milliarden EUR gestiegen.

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Zum Weihnachtsfest gehören ein festliches Essen und durchaus auch ein guter Tropfen

Letztendlich lassen sich die Gemeinsamkeiten zum Weihnachtsfest aber positiv zusammenfassen: die Familien kommen zusammen, legen Wert auf allgemeine oder persönliche Rituale und verbringen gemeinsam eine besinnliche Zeit, in der gegenseitiger Respekt, Rücksicht und Großmut eine übergeordnete Rolle spielen. Unter dem Aspekt eigentlich dann doch schade, dass nicht das ganze Jahr Weihnachten ist…

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Wilde Hilde

Wilde Hilde - Das bin ich, eure abenteuerlustige Hilde, die hier regelmäßig für euch packende und inspirierende Erlebnisberichte schreibt. Hier werdet ihr immer wieder neue Ideen für eure Aktivitäten im Sauerland finden. Als echte Sauerländerin gebe ich euch hier die besten Tipps und nehme euch mit auf diese erlebnisreiche Entdeckungsreise durch das traumhaft schöne Land der tausend Berge. Für mich gibt es keinen schöneren Ort zum Leben! In meiner Freizeit lese ich gerne und viel, vor allem Romane. Wenn ich mal nicht lese, schreibe oder das schöne Sauerland entdecke, dann stehe ich in der Küche und zaubere Leckereien wie Kuchen, Plätzchen und Herzhaftes. Seid gespannt, was wir zusammen noch erleben werden!

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