Sagenhafte Erlebnisse in einer Höhle

Veleda Höhle Bestwig Sauerland Blog

Schon mal von der Veleda-Höhle bei Bestwig-Velmede gehört? Rund 350 Millionen Jahre ist sie alt und damit eines der ältesten Kultur- und Geschichtsdenkmäler im Sauerland. In diesem Jahr werden die Tore zur Höhle nur an fünf Wochenenden geöffnet. Ich habe die Chance am vergangenen Wochenende genutzt und bringe euch erstaunliche Geschichten aus der Höhle mit!

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Benannt ist die Veleda-Höhle (gesprochen: Feeleda) nach der germanischen Seherin Veleda. Die Germanin soll sich – so die Legenden – auf der Flucht vor den Römern in der Höhle versteckt haben. Historisch korrekt ist das wahrscheinlich nicht, aber sagenhaft und einzigartig ist die Höhle trotzdem. Sie zählt durch ihre Tiefe von rund 50 m zu den tiefsten Höhlen in NRW. Die ältesten menschlichen Zeugnisse wurden 1910 entdeckt und stammen aus der vorrömischen Eisenzeit (Ca. 500 – 0 v. Chr.)!

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Dieser kleine, unbegehbare Eingang wurde auf den Namen „Fuchsbau“ getauft. Insgesamt gibt es drei Eingänge zur Veleda-Höhle.

Aber was genau wurde eigentlich gefunden? In verschiedenen Schichten wurden die Knochen von mindestens 32 Menschen gefunden. Ein echtes Grab war die Höhle aber nicht, denn nur die Schädel wurden gefunden. Heutzutage geht man davon aus, dass es sich um Sekundärbestattungen handelt, also wurden die Körper mehrmals bestattet. In der Zeit nach den Knochenfunden waren immer wieder „Hobbywissenschaftler“ in der Höhle und nahmen zum Beispiel Tropfsteine mit. Als logische Konsequenz wurde die Höhle verschlossen und erst im Jahr 2015 nach rund 50 Jahren wieder geöffnet.

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In der Höhlen-Decke gibt es große Hohlräume.

Wir stehen jetzt mit den ehrenamtlichen Höhlenführern am Westeingang der Höhle, dem einzigen begehbaren Zugang. Nur etwa 10 °C sind es in der Höhle, dazu kommt eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Überall an der Decke und unter uns sehen wir Löcher und Ritzen im Gestein. Wir stehen auf Stegen, die erst vor wenigen Jahren mit Unterstützung aus dem europäischen LEADER-Projekt gefördert wurden. Benutzt wurde dafür Kunststoff, denn Metall würde durch die Luftfeuchtigkeit zu schnell rosten. Die Führung startet in der oberen Halle, die bis zu 12 m hoch und 10 m breit ist.

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An den weißen Stellen gab es früher Tropfsteine.

Von unserer erhöhten Position haben wir einen guten Überblick über die Halle. Über uns sind es noch einige Meter bis zur Decke, die sehr uneben ist. Unter uns befindet sich der Weg in die untere Halle, die nicht öffentlich zugänglich ist. Das wäre zu gefährlich, denn der Weg führt zu einer Art Klippe, an der es über 10 m steil runter geht. Ganz am Ende des unzugänglichen Teils befindet sich ein auffallend großer Tropfstein. Der rund 3,35 Meter lange und 2,2 m breite Stalaktit schwebt mit seinem Ende über einem sogenannten Sinterbecken aus einem porösem Kalkstein.

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Der Weg in die Untere Halle.

Unser Rundgang führt uns von der großen Halle in Richtung „Schusterstübchen“, wie der begehbare Seitengang der Veleda-Höhle genannt wird. Am Anfang des Gangs betrachten wir die Decke über unseren Köpfen nochmal. In den vielen kleinen Hohlräumen und kleinen Löchern im Gestein werden bald wieder neue Bewohner einziehen. Unser Höhlenführer erklärt uns nämlich, warum die vielen kleinen Hohlräume meist schwarz sind. Dort leben etwa ab Oktober wieder Fledermäuse und deren Hinterlassenschaften sind schwarz. Auch sehr seltene Arten wie die Nordfledermaus und die Bechsteinfledermaus machen es sich hier gemütlich.

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In den kleinen Höhlen und Hohlräumen an der Decke wohnen bald wieder Fledermäuse.

Im Schusterstübchen laufen wir nun auf dem befestigten Weg weiter. Mehr als einmal bin ich froh, dass ich Wanderschuhe mit viel Profil angezogen habe, denn der Boden ist rutschig. Wir sind nun etwa 20 Minuten in der Höhle und mit kuscheliger Jacke kann man es aushalten. Je länger man hier drin ist, desto mehr kämpft sich die Feuchtigkeit bis auf die Haut. Beim Blick an die Decke sehen wir viele glänzende Tröpfchen, denn die Feuchtigkeit schlägt sich schon am Gestein nieder.

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Die glänzenden Punkte sind Wassertröpfchen.

Hier in der Höhle ist der Schall ganz anders. Wir hören z. B. viele Geräusche und Stimmen durcheinander, denn die zwei Führer am Anfang und am Ende der Gruppe erzählen auch aus ihrer Kindheit viele Geschichten von und aus der Höhle. Eine davon stammt von den Älteren im Dorf, die damals 1945 im Zweiten Weltkrieg ihre Kommunion am ersten Ostertag feierten. Die Höhle wurde während der Luftangriffe auch als Bunker benutzt. Und genau am Kommunionstag ertönten nach der Hl. Messe die Sirenen und viele flüchteten sich in die Höhle. Die Kommunion wurde dann ohne Festessen gefeiert, doch den Kindern ist dieser Tag trotzdem nicht als schrecklich in Erinnerung geblieben.

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Die Menschen haben sich mit Schriften verewigt. Diese hier sollen laut Angaben des Schreibers/der Schreiber aus den Jahren 1847 und 1926 stammen.

Am Ende des Schusterstübchens schalten wir unsere Taschenlampen aus und schweigen, um die Stimmung in der Höhle richtig wahrnehmen zu können. Hier ist es absolut stockduster und wir sehen wirklich die Hand vor Augen nicht! Als die Menschen damals im Krieg hier Schutz suchten, mussten ihnen die Dunkelheit und die Geräusche der Kämpfe und der Flugzeuge eine riesige Angst eingejagt haben. Es gab damals in direkter Nähe zur Höhle eine primitive Siedlung aus Holzhütten, wo die Familien direkt beim Schutzort leben konnten. Diese Baracken wurden auch als „Angsthausen“ bezeichnet.

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Am Ende des Schusterstübchens haben wir die Taschenlampen ausgeschaltet. Wir haben wirklich die Hand vor Augen nicht mehr sehen können!

Es gibt allerdings auch glückliche oder eher lustige Sagen und Erzählungen über die Veleda-Höhle. Den Kindern wurde in den vergangenen Jahrhunderten erzählt, dass die Babys vom Storch aus dem „Hohlenstein“ (also der Veleda-Höhle) geholt werden. Auch sind die jungen Frauen aus dem Dorf bis ins letzte Jahrhundert oft zum Höhleneingang gepilgert und haben dort eine Art „Partnervermittlung“ erbeten. Sie warfen einen Stein in die Höhle, riefen dazu „Veleda, gib mir einen Mann!“ und die Höhle (oder eher das Echo) soll mit „Han“ geantwortet haben. So viele Männer mit dem Namen Han gab es aber gar nicht in Velmede…

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Hier befinden wir uns am Ende des Seitengangs. Eine unbegehbare Felsspalte führt noch weiter ins Gestein.

Wenn ihr noch mehr sagenhafte Erzählungen und Geschichten über die Seherin Veleda und die gleichnamige Höhle erfahren wollt, dann schaut doch mal auf der Internetseite der Dorfgemeinschaft nach. Dort findet ihr auch den letzten Besichtigungstermin in diesem Jahr, bevor die Höhle für die Fledermäuse in die Winterpause geht. Allein wegen der faszinierenden Höhle an sich müsst ihr dort unbedingt hin. Ich wünsche euch viel Spaß bei eurer Besichtigung!

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Eine „Höhlenmalerei“ mit unbekanntem Alter. Bei genauem Hinsehen kann man einen Fisch erkennen.

 

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Das geheimnisvolle Sauerland: Auch über die anderen Sauerländer Orte gibt es viele Geschichten und Erzählungen. Beim historischen Stadtspaziergang könnt ihr einige Anekdoten über Bad Fredeburg erfahren. Ein paar kulinarische Geheimnisse bekommt ihr zum Beispiel bei der kulinarischen Stadtführung in Schmallenberg serviert. Vielleicht interessiert euch auch das Leben und die Wirtschaftsentwicklung im Sauerland? Dann besucht doch mal das Westfälische Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen!

 

 

Veröffentlicht von Wilde Hilde

Wilde Hilde

Wilde Hilde - Das bin ich, eure abenteuerlustige Hilde, die hier regelmäßig für euch packende und inspirierende Erlebnisberichte schreibt. Hier werdet ihr immer wieder neue Ideen für eure Aktivitäten im Sauerland finden. Als echte Sauerländerin gebe ich euch hier die besten Tipps und nehme euch mit auf diese erlebnisreiche Entdeckungsreise durch das traumhaft schöne Land der tausend Berge. Für mich gibt es keinen schöneren Ort zum Leben! In meiner Freizeit lese ich gerne und viel, vor allem Romane. Wenn ich mal nicht lese, schreibe oder das schöne Sauerland entdecke, dann stehe ich in der Küche und zaubere Leckereien wie Kuchen, Plätzchen und Herzhaftes. Seid gespannt, was wir zusammen noch erleben werden!

2 Gedanken zu „Sagenhafte Erlebnisse in einer Höhle“

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