Wandern + Windbeutel = Wunderbar!

Holzerlebnis Schmallenberg Sauerland

Sonnenschein! Bei den angenehmen Temperaturen draußen will ich sofort einen Spaziergang unternehmen. Der Holzerlebnisparcours im Wald zwischen Schmallenberg und Fleckenberg mit seinen 8 Erlebnisstationen bietet sich heute an. Also heißt es: Einmal wieder Kind sein und Spaß haben! Danach freue ich mich auf einen Windbeutel im Café Zeit am Wasserrad…

Der 3 km langer Rundwanderweg ist „vor allem für Familien mit Kindern ab 5 Jahren“ geeignet, so steht es auf dem Informationsblatt der Gästeinformation Schmallenberger Sauerland. Ich beschließe: heute bin ich Kind und erlebe etwas an den Stationen. Hier gibt es für kleine, große und auch für „etwas“ ältere Kinder wie mich etwas zu erleben. Durch die Informationstafeln auf dem Weg lerne ich sogar noch etwas dazu.

Auf zur ersten Station: Das Schiff!

Das Auto parke ich an der Stadthalle und los geht’s zum Erlebnisparcours. Manchmal schaut die Sonne raus, da freue ich mich noch viel mehr auf die Wanderung. Der Weg ist gut zu erreichen und ausgeschildert. Der Anfang vom Parcours ist noch geteert. Danach heißt es: Festes Schuhwerk oder Wanderschuhe sind angeraten. Der Weg führt nämlich über einen Waldweg, wo es besonders nach einem Regenschauer matschig sein kann. Wie matschig es im Wald sein kann, weiß ich schon von der Wisent-Wildnis am Rothaarsteig.

Die erste Station ist ein Schiff aus Holz. Hier wagt man sich als kleines und auch als großes Kind auf die Plattform am Schiffsmast, um den abenteuerlichen Ausblick zu genießen! Im ersten Moment scheint es vielleicht für kleine Kinder etwas hoch, aber manchmal muss man sich einfach etwas trauen. Hier fühle ich mich wie der Kapitän eines richtigen Schiffes. Die Informationstafel am Schiff macht mir dann aber klar: wir sitzen alle im selben Boot und viele Menschen brauchen den Wald. Keiner ist da wichtiger als der andere.

Über eine Brücke geht’s weiter…

Nun geht es über den Waldweg weiter. Die Luft ist so schön klar und frisch. Ein paar Vögel zwitschern wild und fröhlich durcheinander. Es wird also endlich Frühling! Immer mal schaut die Sonne durch die Wolken hindurch. Es duftet herrlich nach Wald und Moos und der leichte Wind bringt auch die Bäume zum Rascheln. Wie schön es doch hier ist… Ich liebe den Wald zum Wandern und Abschalten. Wenn ich an das traumhafte Panorama der Sauerländer Berge denke, dann kribbelt es in meinem Bauch, so sehr liebe ich meine Heimat.

„Blumen sind das Lächeln der Erde.“ (Ralph Waldo Emerson, Philosoph)

Abseits des Waldweges führt der Parcours in Richtung einer kleinen Schlucht. Darüber führt eine Holzbrücke und ich kann den Blick in Richtung der Bäume und des Berges rechts von mir genießen. Die Brücke befindet sich etwa auf Höhe der Bäume, die unter der Brücke emporwachsen. Also wirkt es ein wenig so, als würde ich in den Baumwipfeln spazieren gehen! Ein kleines Rinnsal plätschert den Berg hinunter und unter der Brücke her. Eine wunderschöne Stelle, denn trotz der Hauptstraße in Sichtweite dringt der Verkehrslärm nicht bis hier hin. Stattdessen atme ich die klare Waldluft ein.

Unter mir die Schlucht, fühlt es sich so an, als spaziere ich durch die Baumwipfel.

Der Wald muss geschützt werden!

Die nächste Station ist in Sicht: der „Wasserspeicher Waldboden“. Hier fülle ich Wasser mit einer Gießkanne in zwei Trichter. Die Trichter sind mit Erde gefüllt, davon einmal Waldboden und einmal Rohboden. Der Rohboden ist ein junger Boden, der kaum verwittert ist. Im Gegensatz dazu ist der Waldboden schon steinalt. Ein Zentimeter entsteht nämlich im Laufe von rund 100 Jahren. Also sind die Böden sehr verschieden…

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Der Waldboden wirkt als Filter und Speicher. Das Wasser ist sauberer, wenn es aus dem Waldboden-Trichter tropft. Der Rohboden hingegen macht das Wasser sogar dreckiger, denn es fließen kleine Teilchen des Rohbodens mit dem Wasser in den Behälter. Wir müssen den Wald und den Boden also schützen. Denn das Wasser, welches als Regen vom Himmel fällt, wird durch den Boden natürlich gefiltert. Der Boden hilft also bei der Reinigung des Grundwassers und trägt zu unserem sauberen Trinkwasser bei.

Hier kann man den Unterschied von Rohboden und Waldboden hautnah erleben.

Das hölzerne Telefon

Mit dieser Erkenntnis im Gepäck geht es weiter zum „Baumtelefon“. Hier braucht ihr eine zweite Person, um das „Telefon“ zu benutzen. Einer steht am Ende des Stammes und hält das Ohr an den abgesägten Stamm, der andere ist am Anfang des Stammes und kratzt mit dem Ast dort leicht durch die Kerbe im Holz. Zuerst denkt der „Kratzer“ noch, wie leise dieses Geräusch doch ist, aber als „Hörer“ am Ende des Stammes wird man überrascht…

Am Baumtelefon könnt ihr ausprobieren, wie gut eure Ohren sind.

Ich kann erst gar nicht glauben, dass ich das Kratzen so deutlich höre. Jetzt verstehe ich auch sofort, warum Instrumente aus Holz gebaut sind: Holz gibt Geräusche und Schall sehr gut weiter. Dann ist mir auch klar, wie beispielsweise der Specht seine Nahrung im Holz findet. Seine Leibspeise, die Maden, bewegen sich im Holz und erzeugen noch viel leisere Töne als der Ast am Baumtelefon. Der Specht hört also genau, wo die Leckerbissen im Holz versteckt sind!

Mehr als einmal an diesem Tag realisiere ich, wie wichtig der Wald für uns alle ist.

Das Lebewesen-Netz

Zur nächsten Station ist es nicht sehr weit. Erst wäre ich fast dran vorbei gelaufen. Auf den ersten Blick etwas unauffällig hängt hier eine Art Spinnennetz mit Holzplatten zwischen den Bäumen. Ich erkenne auf den Holzplatten einige verschiedenen Lebewesen, die ein lebendes Netz bilden: unter anderem verschiedene Pflanzen, Vögel, Pilze, Fische, Spinnen, Füchse und auch Rehe.

Um auch das letzte Lebewesen erkennen zu können, muss man näher ran gehen, hochschauen und staunen: …da taucht auf einmal das eigene Gesicht auf! Mit einem Spiegel wird man selbst in dieses Netz integriert. In dem Netz gibt es viele Verbindungen unter den einzelnen Teilen des Netzes. Im Zentrum steht der Wald, beziehungsweise die Pflanzenwelt. Die Natur gibt uns nämlich Lebensraum, wie ich wieder mal an diesem Tag realisiere.

Das lebendige Netz spiegelt die Beziehungen der Lebewesen untereinander wider.

Ein Holzwürfel und ein riesiger Bilderrahmen

Die nächste Station soll ein Xylophon sein, aber ich muss leider zugeben: ich hab es verpasst. Ich muss blindlings dran vorbei gelaufen sein. Erst später am großen Bilderrahmen (Station 7) merke ich, dass laut Plan noch das überdimensionale Instrument auf dem Weg sein sollte. Ich glaube, da war ich einfach zu sehr abgelenkt von den warmen Sonnenstrahlen, den zwitschernden Vögeln und dem wunderschönen Wald. Über den Holzerlebnisparcours werde ich aber ganz sicher nochmal gehen, also entdecke ich beim nächsten Mal dann die Station 6.

Ein schönes Erinnerungsfoto an die Wanderung knipst ihr am großen Bilderrahmen!

Nach einem Erinnerungsfoto am Bilderrahmen folgt noch ein riesiger Holzwürfel von 27 m3. Das entspricht in etwa dem Holzzuwachs in eineinhalb Stunden, den die Wälder im Schmallenberger Raum „produzieren“. Ich kann also sehen, wie viel Holz ungefähr gewachsen ist, seit dem ich den Rundweg angefangen habe. Durch die Infotafel erfahre ich noch, dass diese 27 m3 in etwa für zwei Dachstühle gebraucht werden. Wahnsinn oder? Ich finde den Würfel sehr eindrucksvoll und vor allem: Man sieht mal genau, wie viel Holz eigentlich neu entsteht.

Einkehr in der alten Göddeker Mühle: das Café Zeit am Wasserrad

Nach dieser schönen und lehrreichen Wanderung bietet sich das Café Zeit am Wasserrad für eine kleine Rast an. Ihr erreicht das Café bei schönem Wetter nach einem kurzen Fußweg. Am Café Zeit gibt es auch ein paar Parkplätze, falls ihr lieber hinfahren wollte. Lauft einfach in Richtung Fleckenberg, an der großen Kreuzung bei der Kläranlage wechselt ihr die Straßenseite und überquert die Brücke. An der Einmündung „Unterm Huckelberg“ in der Kurve weist euch auch schon ein Schild den Weg zur alten Göddeker Mühle.

Hier müsst ihr dann unbedingt die sagenhaft-leckeren Windbeutel und die selbstgebackenen Kuchen probieren! Die alte Göddeker Mühle wurde von Familie Eichmann liebevoll renoviert und ist mittlerweile ein echtes Schmuckstück geworden. Allein schon der alte Mühlenraum ist so urig und nostalgisch eingerichtet, da fühle ich mich einfach wohl.

Es ist sehr herzlich dort und die Mühle mit dem Wasserrad sorgt einfach für ein außergewöhnliches Ambiente. Im Café Zeit am Wasserrad könnt ihr euch nach einer kleinen Wanderung (aber natürlich auch ohne 😉 ) einen wundervollen Windbeutel mit Kirschen, Vanilleeis und Sahne gönnen. Auch mit Liebe gebackene Kuchen warten hier auf euch!

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Veröffentlicht von Wilde Hilde

Wilde Hilde

Wilde Hilde - Das bin ich, eure abenteuerlustige Hilde, die hier regelmäßig für euch packende und inspirierende Erlebnisberichte schreibt. Hier werdet ihr immer wieder neue Ideen für eure Aktivitäten im Sauerland finden. Als echte Sauerländerin gebe ich euch hier die besten Tipps und nehme euch mit auf diese erlebnisreiche Entdeckungsreise durch das traumhaft schöne Land der tausend Berge. Für mich gibt es keinen schöneren Ort zum Leben! In meiner Freizeit lese ich gerne und viel, vor allem Romane. Wenn ich mal nicht lese, schreibe oder das schöne Sauerland entdecke, dann stehe ich in der Küche und zaubere Leckereien wie Kuchen, Plätzchen und Herzhaftes. Seid gespannt, was wir zusammen noch erleben werden!

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