Sauerländer Osterbräuche (mit Osterlamm-Rezept!)

Osterfeuer Sauerland

Bunt gefärbte Eier, Schokoladenhasen, Fisch am Karfreitag und Festessen am Ostersonntag und Ostermontag: Bräuche und Traditionen, die sicher jeder kennt. Ich erinnere mich auch an das Osterlamm, welches meine Oma jedes Jahr an Gründonnerstag gebacken hat. Heute verrate ich euch nicht nur das Rezept meiner Oma, sondern nehme euch mit auf einen kleinen Streifzug durch ein paar Osterbräuche im Sauerland, wie zum Beispiel die Osterfeuer (oben im Bild: das Osterfeuer der Waterpoote Attendorn).

Im Sauerland kennen wir viele und teils skurrile Osterbräuche, zum Beispiel das Knärstern. Früher bin ich auch mit der Holzratsche losgezogen, denn die Kirchenglocken waren ja in Rom! Karfreitag und Karsamstag ging es also um 7 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr mit der Ratsche in der Hand durch die Straße. Da taten mir spätestens am Samstagmorgen dann die Handgelenke so weh, dass ich am liebsten gar nicht mehr losgezogen wäre. Aber als Glockenersatz musste ja jemand durch die Straßen ziehen. Und so habe ich jedes Jahr aufs Neue zu Ostern die „Knärster“ geschwungen… Glaubt mir, die Belohnung in Form von Süßem und Münzen war eine kleine Wunderheilung!

Das ist meine Knärster!

Osterfeuer gibt’s in fast jedem sauerländischen Dorf

Auch die Osterfeuer sind eine beliebte Tradition im Sauerland. Hier treffen sich nicht nur Familien und Verwandte, sondern auch Freunde, Nachbarn, ja eigentlich das ganze Dorf! Zuvor hat meist die Dorfjugend das Holz zusammen gesucht, denn die alten Weihnachtsbäume allein reichen nicht für das Osterfeuer. Kurz vor Ostersonntag wird das Osterfeuer dann aufgebaut, mancherorts als Turm (z.B. in Bad Fredeburg), oder auch als Haufen (z.B. in Kirchhundem und Attendorn).

So sieht ein brennendes Turm-Osterfeuer aus!

Das faszinierende Bild der lodernden Flammen kann man beispielsweise in Attendorn bestaunen, wenn man von den vier verschiedenen Osterfeuer-Plätzen aus auch die unzähligen Osterfeuer der umliegenden Dörfer sehen kann. Im Hochsauerlandkreis finden zum Beispiel allein im Raum Schmallenberg etwa 70 Osterfeuer statt! Aber es gibt nicht nur diesen „heißen“ Brauch, sondern auch andere:

Attendorner Semmelsegen und die vier Osterfeuer

Der Karsamstag steht bei den Attendornern schon seit 1658 in einem besonderen Zeichen. Hier werden an der Pfarrkirche um 14 Uhr die Semmeln gesegnet, die eigens für das Osterfest gebacken werden. Dieses Gebäck mit Kümmel ähnelt einer Fischflosse und wird daher mit den Christen in Verbindung gebracht. Das gesegnete Brot wird mit Butter und Knochenschinken verzehrt. Nach dem Semmelsegen werden vier Fichten für die vier Osterfeuer im Stadtwald mit Axt und Säge geschlagen und auf dem Marktplatz im Wettstreit um die längste Fichte vermessen. Die Osterfeuer werden nämlich von den Osterfeuervereinen ausgerichtet und jeder möchte die längste Fichte haben!

Am Ostersonntag werden die Fichten mit einem Querbalken und zwei Streben versehen (als Symbol für Jesus Christus am Kreuz), mit Stroh umwickelt und am jeweiligen Osterfeuer-Platz mit Muskelkraft aufgerichtet. Um den mit Stahlseilen gesicherten Fichtenstamm wird dann das Holz aufgeschichtet. Abends werden die Feuer entzündet und von den ehemaligen Stadttoren aus ziehen Prozessionen zur Kirche, wo dann eine Andacht gefeiert wird. Hier seht ihr Fotos der Waterpoote Attendorn:

Die fast unheimliche Hallenberger Krachnacht

In Hallenberg wird auch eine Art Prozession veranstaltet, allerdings ist das auch das einzige gemeinsame Merkmal zwischen Attendorn und Hallenberg… In der südlichsten Stadt des Hochsauerlandes wird nämlich in der Nacht auf Ostersonntag die „Krachnacht“ gefeiert. Das heißt: Um Punkt zwölf Uhr nachts gehen die Lichter in Hallenberg aus und das Passionslied, welches es nur in Hallenberg gibt, wird von den versammelten Menschen angestimmt.

Die drei leuchtenden Kreuze und die Lampionbäume von Hallenberg

Sobald der letzte Ton verklungen ist, geht der ohrenbetäubende Lärm los und die Prozession mit drei beleuchteten Kreuzen und Lampionbäumen setzt sich in Bewegung. Nach etwa eineinhalb Stunden Prozession durch den historischen Stadtkern ist der Umzug wieder am Ausgangspunkt angekommen und der Lärm hört schlagartig auf. Dann gehen auch die Lichter in den Häusern und auf der Straße wieder an. Das Osterfeuer gibt es in Hallenberg auch, allerdings brennt es schon am Karfreitag.

Die Prozession durch Hallenberg dauert eineinhalb Stunden!

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Die drei Osterfeuer von Bad Fredeburg

Die Bad Fredeburger Osterfeuer werden, wie auch z. B. in Gleidorf und Schmallenberg, als Turm aufgebaut. Im Ort gibt es einen Wettstreit um das höchste und beste Osterfeuer, also sind die Vereine beim Aufbau immer recht ehrgeizig und fleißig. Die Feuer brennen dann oberhalb der Firma „Burgbad-Möbel“, am Ortsausgang Richtung Altenilpe und unterhalb des VDK-Hotels.

Die Bewohner Bad Fredeburgs aus Unterstadt, Oberstadt und Altstadt verfolgen natürlich das Anstecken und Abbrennen „ihres“ Turms und des Holzkreuzes. In einer Prozession ziehen die Menschen dann mit Fackeln zum Kirchplatz, wo der Pastor dann verkündet, welches Osterfeuer das größte und schönste war. Danach wird typisch sauerländisch weitergefeiert, wie an allen Osterfeuern im Sauerland! Die Feiertage stehen im ganzen Sauerland im Zeichen von Feiern und Schlemmen.

Meine Ostererinnerungen…

Ostermontag war ich mit meiner Familie immer zum Mittagessen bei Oma. Da gab es meist sehr leckere Rinderrouladen oder Hasenbraten mit Apfelrotkohl und Knödeln. Da hat sich meine Oma immer sehr viel Mühe gegeben! Noch viel leckerer waren aber die Kuchen, die es dann gab. Apfelkuchen oder Streuselkuchen, aber das beste war immer das Osterlamm. Ihr Rezept habe ich euch aus dem Backbuch abgeschrieben und ihr findet es weiter unten. Alternativ könnt ihr es euch als PDF speichern oder ausdrucken.

Ein paar Tipps möchte ich euch noch geben:

  • Eier und Butter sollten am besten zimmerwarm sein
  • Verrührt Butter und Zucker, bis die Masse deutlich heller wird (ca. 5 Minuten)
  • Die Eier lasst ihr immer einzeln in die Schüssel hopsen
  • Mehl hat meine Oma immer gesiebt, ich mache das (meistens 😉 ) auch so
  • Die trockenen Zutaten nur kurz mit dem Butter-Ei-Schaum verrühren, sonst wird das Lamm fest und zäh
  • Rum kann man durch einige Tropfen Aroma ersetzen oder auch weggelassen
  • Öffnet die Form nicht sofort! Ich wollte mal ein Glücksschwein backen, allerdings konnte ich nicht warten. Da waren es dann zwei halbe Glücksschweine…
  • Für die Erwachsenen gibt’s noch Eierlikörsahne. Dafür einfach einen Becher kalte Schlagsahne steif schlagen und mit einem/zwei Pinchen Eierlikör (und nach Geschmack Puderzucker) verfeinern. Sehr lecker!!

    Mein Osterlamm ist fertig 🙂 Während das Lamm im Backofen war, habe ich die Eier gefärbt.

Wildes Osterlamm by Wilde Hilde (PDF)

Zutaten (1,75 l Maxi-Form)

  • 150 g weiche Butter
  • 140 g Puderzucker
  • 2 Pck. Vanillezucker (oder 15-20 g selbst gemachten)
  • 4 zimmerwarme Eier
  • 140 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 160 g Speisestärke
  • 140 g gemahlene Mandeln (oder Haselnüsse)
  • 4 EL Rum
  • Eventuell Milch

Zubereitung

  1. Zuerst heizt ihr den Backofen vor (175 Grad/Umluft: 150 Grad). Dann fettet ihr die Backform sehr gut ein & verteilt etwas Mehl in der Form.
  2. Die Butter schlagt ihr mit dem Puderzucker & Vanillezucker hellschaumig auf. Die Eier fügt ihr einzeln hinzu & schlagt jeweils eine Minute weiter.
  3. Das Mehl vermengt ihr mit Backpulver, Salz, Speisestärke & Mandeln. Vermischt die trockenen Zutaten nun mit dem Schaum und dem Rum, bis sie verrührt sind. Wenn der Teig zu fest ist, fügt ihr esslöffelweise Milch hinzu.
  4. Jetzt füllt ihr den Teig in die Lammform. Ich klopfe die Form dabei immer wieder auf die Arbeitsplatte, um Lufteinschlüsse zu vermeiden.
  5. Das Lamm muss nun ca. 45-50 Minuten goldgelb backen. Nach erfolgreicher Stäbchenprobe kann es aus dem Ofen. Lasst das Lamm gut auskühlen, bevor ihr es aus der Form löst!
  6. Nach Belieben könnt ihr das Lamm mit Puderzucker bestäuben oder mit Zuckerguss & Kokosraspeln verzieren. Noch ein Schleifenband um den Hals binden & fertig ist euer Osterlamm!

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Veröffentlicht von Wilde Hilde

Wilde Hilde

Wilde Hilde - Das bin ich, eure abenteuerlustige Hilde, die hier regelmäßig für euch packende und inspirierende Erlebnisberichte schreibt. Hier werdet ihr immer wieder neue Ideen für eure Aktivitäten im Sauerland finden. Als echte Sauerländerin gebe ich euch hier die besten Tipps und nehme euch mit auf diese erlebnisreiche Entdeckungsreise durch das traumhaft schöne Land der tausend Berge. Für mich gibt es keinen schöneren Ort zum Leben! In meiner Freizeit lese ich gerne und viel, vor allem Romane. Wenn ich mal nicht lese, schreibe oder das schöne Sauerland entdecke, dann stehe ich in der Küche und zaubere Leckereien wie Kuchen, Plätzchen und Herzhaftes. Seid gespannt, was wir zusammen noch erleben werden!

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