Wilde Hilde zwischen Hopfen und Malz im Esselbräu

Esselbräu Eslohe Sauerland

Dieses Bier gibt’s nur in Eslohe: das Esselbräu, echt sauerländische Bierkulinarik, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot! Es ist so lecker, da nehmt ihr euch sicher eine große Partyflasche mit nach Hause. Bei einer Brauereiführung hat uns der Braumeister Werner Schulte herumgeführt. Neben hellem Pils und dunklem Landbier durften wir auch einen besonderen Tropfen kosten…

Das Auto ist geparkt, jetzt spazieren wir zur Domschänke… Ja, heut’ bin ich wieder mit Leonhard unterwegs, denn: Don’t drink and drive! Leonhard ist heute der Fahrer, denn die Wilde Hilde genehmigt sich frischgezapftes Esselbräu. Der Name „Esselbräu“ stammt übrigens vom plattdeutschen Essel für Eslohe ab. Wir spazieren vom Parkplatz aus über eine gemauerte Brücke und den Esselbach, dann geht es noch ein wenig geradeaus, und da ist unser Ziel: die schönen Fachwerkhäuser der Domschänke & des Hotel Stoetzel. Schon seit 30 Jahren fließt der hausgemachte Gerstensaft hier ins Glas!

Links ist die Domschänke, rechts befindet sich das Hotel Stoetzel. Zum Brauhaus gelangt man durch das weiße Tor (rechts).

Ein kühles Bier zu Beginn

Ich frage den Kellner, der uns über den Weg läuft, ob wir für die Besichtigung schon in die Braustube dürfen. Natürlich dürfen wir, und dort sitzen auch schon die anderen Besucher, die sich heute die Brauerei anschauen möchten. Direkt fragt der Kellner, was er uns bringen darf – denn hier geht die Besichtigung nämlich mit einem Frischgezapften los. Ich entscheide mich für das dunkle Esselbräu.

Wir sitzen mit den anderen Besuchern im Brauhaus auf klassischen Bierbänken. Eine tolle Atmosphäre, mit den Hopfenzweigen und den vielen Krügen auf dem Regal ringsum. Das kühle Bier ist auch schon da und so stoße ich mit den anderen Gästen an. Ich nehme einen Schluck und direkt noch einen, das Landbier ist wirklich süffig. Malzig und leicht süßlich, nicht bitter, ein gutes Bier! Bestimmt kommt das dunkle Landbier gut bei Frauen an. Zumindest ist mir persönlich Pils meist zu bitter und auch vielen Freundinnen von mir.

Hier warten genügend 5l-Partyfässchen auf die nächste Sause!

Jean Pütz als Inspiration

Der Braumeister und Inhaber der Brauerei, Werner Schulte, erzählt uns mit lustiger, sehr humorvoller Art von den Anfängen der Brauerei in Eslohe. Hermann J. Stoetzel, der Schwiegervater des heutigen Braumeisters, schaute Ende der Achtziger Jahre die Sendung „Hobbythek“ des bekannten TV-Moderators Jean Pütz. Die Sendung des schicksalhaften Tages hatte das Bierbrauen zum Thema. Wie einfach doch Bierbrauen zu Hause funktionieren kann!

Aus Bayern stammt der verwendete Hopfen.

In der Küche kochte die Maische…

Und genau das probierte Hermann 1988 auch in der heimischen Küche aus. Er wurde belohnt mit einem schmackhaften, würzigen Bier – das Esselbräu war geboren. Für die Domschänke waren die kleinen Mengen der Hobbybrauerei allerdings zu wenig. Eine richtig große Sudpfanne musste her. Und die stammt aus Bamberg in Oberfranken. Das Esselbräu kommt gut an, denn Werner braut etwa alle 8-9 Tage rund 13 Hektoliter. Helles und Dunkles soll schließlich immer frisch aus dem Hahn fließen!

Ab April gibt es wieder den Maibock, ab November den Weihnachtsbock. Zu Anfang waren die Lieferungen der Rohstoffe gesichert, später wurde die Lieferantensuche aufgrund der wesentlich kleineren Bestellmengen im Vergleich zu den „großen“ Brauereien im Sauerland schwerer. Mittlerweile ist der Bezug aber glücklicherweise gesichert – der goldene und der bernsteinfarbene Gerstensaft wird also auch weiterhin in Eslohe gebraut.

Das wichtigste Gebot beim Brauen im Esselbräu: Das Reinheitsgebot von 1516!

Rohstoff-Proben für Laien

Werner Schulte reicht währenddessen Gläser mit den Rohstoffen zur Schnüffelprobe an uns weiter. Die Gerste und das Malz riechen sehr nach Getreide und ich probiere beides – nach Bier schmeckt es noch lange nicht, sondern eher nach Brot. Als nächstes kommt mir der Hopfen unter die Nase, allerdings nicht als Dolde, die man vielleicht schon mal gesehen hat, sondern als gepresste Pellets. Durch die bessere Lagerfähigkeit und vor allem die bessere Dosierung der Hopfenpellets benutzt man heutzutage kaum noch Dolden. Die Pellets riechen recht streng und ein wenig wie frischgeschnittenes Heu, also nur wenig nach leckerem Bier! Wer mag, darf die Hopfenpeletts gerne probieren, ich verzichte aber lieber.

Benachrichtigungen per WhatsApp:

1. Speicher einfach meine Nr.: 0175-5666995 unter Wilde Hilde in deinem Telefonbuch.

2. Schicke "Start" und ich schreibe dir, wenn es was neues auf meinem Blog gibt!

Hopfen und Kupferkessel

Ganz bitter riecht der sogenannte Hopfenextrakt, eine grünliche Flüssigkeit, die alle Inhaltsstoffe der Hopfenblüten enthält. Dieser natürliche Auszug aus dem Hopfen bringt die bittere Note der Dolden richtig zur Geltung. Nach einem kurzen Schnuppern habe ich mehr als genug davon und reiche es großzügig weiter. Zum Glück schmeckt das gebraute Bier nicht so heftig nach Hopfen. Jetzt geht es in die heiligen Hallen in Richtung Sudpfanne: der kupferfarbene Braukessel wartet schon auf uns.

Maischekochen und Brauergeheimnisse

Das Brauwasser für das Esselbräu kommt aus der Homert im Lennegebirge, also nur etwa 4 Kilometer Luftlinie entfernt. Das weiche sauerländische Wasser macht das Bier sehr lecker, wie ich selber schmecke. Für einen Brauvorgang werden 1000 Liter heißes Brauwasser mit dem Malz zu Maische vermengt. Es wird dann etwa zweieinhalb Stunden weiter erhitzt und während dieser Zeit löst sich der Malzzucker. Ohne den Malzzucker gäbe es später keine alkoholische Gärung. In der Esloher Brauerei wird die Flüssigkeit zweimal geläutert, also werden die Feststoffe aus der Maische zweimal abgefiltert.

Der so übriggebliebene Treber geht als Tierfutter an die Bauern in der Umgebung. So bekommt also auch die Kuh der Esloher Bauern noch einen Leckerbissen aus dem Esselbräu. Nachdem auch Hopfen und Hefe den Weg in die Maische gefunden haben, darf die Flüssigkeit in den Gärtank. Im Bierkeller stehen die Gärbottiche und Lagertanks. Hier sehen beziehungsweise schmecken wir die „offenen Gärung“: die „Kräusen“ liegen sichtbar oben an der Oberfläche, das ist der „Gärschaum“. In den Großbrauereien wird fast ausschließlich das geschlossene Gärsystem benutzt, da kann man die Kräusen nicht sehen. Die braunen Bröckchen auf dem Schaum nimmt Werner mit einem Glasröhrchen ab und wer mag, darf probieren.

Beim offenen Gärbottich sieht man die „Kräusen“

Ein frischer & besonderer Gerstensaft wartet auf uns…

Ich bin ehrlich: Ich hätte den braunen Brocken besser nicht probiert! Sowas bitteres habe ich in meinem Leben noch nie geschmeckt. Und leider hält der Nachgeschmack auch sehr lange an… Zumindest, bis Werner Schulte uns einen ganz besonderen Genuss serviert: ein frisch gezapftes Maibockbier! Direkt aus dem Lagertank fließt es ins Glas. Eigentlich gibt es den Maibock erst im April zum Tag des deutschen Bieres am 23.04., aber wir haben die Ehre, diese Spezialität jetzt schon zu kosten. Sehr, sehr lecker – ich weiß schon was ich im April trinken werde!!

Meine Empfehlung: Brauereibesichtigung im Esselbräu!

Nach der Besichtigung kehren wir noch in der Domschänke ein zur erneuten, „gründlichen Bierprobe“. Bei ein, zwei Esselbräu überzeugt sich die ganze Gruppe noch einmal von dem süffigen, leckeren Bier. Die kleine Brauerei hat mich mit dem hellen Pils und dem dunklen Landbier begeistert! Hierher komme ich bestimmt nochmal, um das Bier zu genießen. Ich kann euch die Brauereibesichtigung nur sehr empfehlen! Dank dem Braumeister Werner Schulte hatten wir viel Spaß während der Führung. Die Anekdoten und die kessen Sprüche von Werner machen die Führung zu etwas Besonderem und echt Sauerländischem, vor allem weil es richtig familiär und herzlich ist.

Ihr könnt euch mit einer Gruppe von mindestens 10 Personen für eine eigene Führung anmelden (4 € pro Person inkl. 1 Bier). Als Einzelpersonen könnt ihr euch unkompliziert einer anderen Gruppe anschließen. Am besten ruft ihr einfach an und fragt nach, die Mitarbeiter sind alle sehr nett und freuen sich auf euren Anruf. Im Anschluss an die Führung könnt ihr euch auch von der sauerländischen Küche der Domschänke verwöhnen lassen. Hier findet ihr weitere Informationen, auch zu den sehr beliebten Bierseminaren.

Schreibe einen Kommentar!

Veröffentlicht von Wilde Hilde

Wilde Hilde

Wilde Hilde - Das bin ich, eure abenteuerlustige Hilde, die hier regelmäßig für euch packende und inspirierende Erlebnisberichte schreibt. Hier werdet ihr immer wieder neue Ideen für eure Aktivitäten im Sauerland finden. Als echte Sauerländerin gebe ich euch hier die besten Tipps und nehme euch mit auf diese erlebnisreiche Entdeckungsreise durch das traumhaft schöne Land der tausend Berge. Für mich gibt es keinen schöneren Ort zum Leben! In meiner Freizeit lese ich gerne und viel, vor allem Romane. Wenn ich mal nicht lese, schreibe oder das schöne Sauerland entdecke, dann stehe ich in der Küche und zaubere Leckereien wie Kuchen, Plätzchen und Herzhaftes. Seid gespannt, was wir zusammen noch erleben werden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

Benachrichtigungen per WhatsApp:

1. Speicher einfach meine Nr.: 0175-5666995 unter Wilde Hilde in deinem Telefonbuch.

2. Schicke „Start“ und ich schreibe dir, wenn es was neues auf meinem Blog gibt!