Die Hilde hängt am Seil…

Kletterhalle Schmallenberg Sauerland

12 Meter? Ach, das ist doch nichts. Das kann man mal erklettern! Okay, ich gebe zu, bei einem Aussichtsturm wie dem Stüppelturm im Fort Fun Abenteuerland bei Bestwig wird mir auch ein wenig anders. Aber hier, in der Kletterhalle Schmallenberg, gehe ich selbstbewusst und voller Vorfreude zur Kletterwand. Mit klopfendem Herz greife ich wagemutig zum Karabiner und hake mich ins Seil ein.

Voller Vorfreude und in Sportbekleidung stehen wir vor der Kletterhalle. Der perfekte Ort für Klettervergnügen bei schlechtem Wetter, denn hier gibt es eine Kletterwand und einen Indoor-Hochseilgarten! In der „Freizeitwelt Sauerland“ findet ihr auch noch den Indoor-Kinderspielplatz Thiko’s Kinderland. Perfekt für Familien mit Kindern, aber wir sind da leider zu alt für. Also ab in die Kletterhalle! An der Anmeldung leihen wir uns noch Kletterschuhe aus, die sind verdammt eng vorn an den Zehen. Das muss aber so sein, damit wir wirklich gut klettern können.

Unsere Ausrüstung

Bepackt mit dem Klettergurt, den Karabinern und dem kleinen Sicherungsgerät namens „Eddy“ stehen wir vor der 12 Meter hohen Kletterwand. Der Gurt ist angelegt, das Seil eingehakt und wir bekommen noch eine Einweisung. Ich hab das Seil am Klettergurt, Leonhard hat als Sicherer mit dem „Eddy“ zu tun: Ich werde dann gleich hoch klettern, er wird das Seil nachziehen. Ich kann also dank Eddy nicht tief fallen, denn das kleine Gerät hält das Seil fest.

Mein Equipment für heute: Kletterschuhe, Karabiner, „Eddy“ & Klettergurt!

Vorher immer: Partnercheck!

Bevor ich aber endlich an die Kletter-Griffe darf, müssen wir den Partnercheck machen. Wir müssen gegenseitig kontrollieren, ob Eddy und Seil richtig mit den Karabinern eingehakt sind. Der Sicherer ist das Gegengewicht zum Kletterer, es muss also wirklich alles perfekt sitzen. Ich darf auch nicht zu schnell hochklettern, damit der Sicherer das Seil auch immer sofort nachziehen kann.

Die wichtigen Kletter-Kommandos

Drei wichtige Wörter werden uns beigebracht, die wir verinnerlichen: „Zu“, „Ist Zu“ und „Ab“. Wenn ich nicht weiter klettern möchte, benutze ich das Wort „Zu“. Leonhard zieht das Seil dann straff und noch ein-, zweimal nach, damit es auch wirklich fest im Eddy ist. Dann kommt die Antwort „Ist Zu“. Mit „Ab“ signalisiere ich dann, dass ich wieder herunter komme. So weit also die Theorie, die wir gleich auch bei den ersten Kletterversuchen bis zu einer Höhe von etwa 3 Metern trainieren. Ansonsten ist auch klar: der Sicherer am Boden darf das Seil NIE NIE NIE loslassen!

Die ersten Versuche…

Der erste Versuch…

Endlich darf ich klettern! Ich wähle für den Anfang eine Kletterroute der Schwierigkeitsstufe 4, also die leichteste hier. Die Stufe 5 wäre schon doppelt so schwer, die nachfolgenden ebenso. Als Anfänger kann man bis etwa Stufe 6 halbwegs problemlos klettern, ab Stufe 7 wäre es schon eine sehr gute Leistung als Anfänger. Ich bin innerlich angespannt und hab ein flaues Gefühl im Magen. Ich bin noch nie geklettert! Wenn ich die Stufe 4 (grüne Griffe) richtig erklettern möchte, dann darf ich auch nur ausschließlich grüne Griffe nehmen.

Ich ziehe mich Griff um Griff, Tritt um Tritt hoch. Die Höhe bemerke ich gar nicht, denn ich bin aufs Klettern fixiert. Teilweise muss ich mich etwas strecken, um höher zu greifen. Und dann kommt der Moment, wo ich mich einfach nicht weiter traue. Mein Herz hämmert und ich resigniere: „Zu!“, rufe ich. „Ist Zu“ kommt es kurz darauf zurück.

Jetzt die nächste Überwindung: „ins Seil setzen“ und den Knoten am Sicherungsgurt ergreifen. Es fühlt sich etwas lebensmüde an, die Hände und Füße von den Griffen zu nehmen. Hier spielt nicht nur das absolute und blinde Vertrauen in den Sicherer eine große Rolle, sondern auch in die Ausrüstung. Sind Seil und Karabiner in Ordnung? Ist der Gurt wirklich fest? Meine Füße stütze ich an der Wand ab und ich laufe nach einem „Ab!“ langsam rückwärts in Richtung sicheren Boden. Unten angekommen, lässt meine Schnappatmung und das Kribbeln im Bauch nur langsam nach. Ich kann nicht einordnen, ob ich mich wirklich gut fühle.

Meine erste Route mit den grünen Griffen. Die Glocke ist ganz oben, könnt ihr sie erkennen?

Wow, so hoch!

Ich schaue an der Kletterwand hoch und spüre die Euphorie, das Glücksgefühl, den Stolz: Das waren bestimmt 10 Meter! Viel fehlte nicht mehr bis zur Glocke an der Decke. Wow, ich hätte es fast geschafft! Ich versuche es sofort nochmal. Ich klettere immer weiter & vergesse, dass ich auch abstürzen könnte. Ich spüre den Nervenkitzel und strecke mich immer höher, um zur Glocke zu gelangen. Es kribbelt im Bauch, ich spüre meine angespannten Muskeln und freue mich, als die Glocke vor mir ist. Ich läute sie und rufe glücklich „Zu!“. Nach der Antwort „Ist Zu“ kommt von mir ein „Ab“.

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Vom Kletterer zum Sicherer

Ich hänge mich also ins Seil, greife nach dem Achterknoten und kann rückwärts runter laufen. Unten auf dem Boden bin ich einfach nur glücklich und stolz auf meine Leistung. Jetzt will ich auch mal sichern! Also nehme ich die Karabiner an meinem Sicherungsgurt ab und tausche mit Leonhard. Ich habe nun den Eddy am Gurt und Leonhard darf den Weg zum „Gipfel“ antreten. Scheinbar mühelos gelingt es ihm, bis nach oben zu klettern. Okay, er ist einen guten Kopf größer als ich, da kann er die Griffe auch viel leichter erreichen. Ich sehe, wie er nach der Glocke greift. Kurz darauf höre ich das Kommando „Zu!“.

Ich ziehe das Seil straff und es ist fest auf Spannung. Nun bin ich also dran und rufe „Ist Zu“. Er setzt sich ins Seil und ich höre „Ab“. Langsam lasse ich das Seil nun durch den Eddy gleiten. Schier unendlich langsam! Aber hier muss man als Sicherer völlig auf den Kletterer achten. Er gibt das Tempo vor. Mit festem Boden unter den Füßen schaut Leonhard mich an, grinst und sagt: „Ein Kinderspiel!“

Eine richtige Herausforderung…

Also geht’s an eine andere Kletterroute, diesmal Stufe 5. Die Griffe sind etwas weiter auseinander, aber mit ein wenig Anstrengung geht auch das ganz gut. Ich bin gespannt, ob ich auch eine Route mit Überhang schaffen könnte… Sieht von unten ja leicht aus! Nach einer kurzen Pause lassen wir uns an einer Route der Stufe 6 ins Seil einhaken. Die Mitarbeiter legen besonders bei Anfängern viel Wert darauf, diese Aufgabe selbst zu übernehmen. So kann man sicher sein, dass der Achterknoten auf jeden Fall fest ist und das Seil richtig im Eddy liegt.

Ich klettere an den pinken Griffen hinauf. Da kommt die erste Ecke, kein Problem! Das kriege ich sehr gut hin. Also weiter ein Stück hoch, da kommt auch schon der Überhang. Ich ziehe mich hoch, suche einen neuen Griff, um mich mit dem Fuß abzustützen. Noch ein Griff… Puh, ganz schön anstrengend! Nun komme ich aber mit dem Fuß nicht weiter, denn der nächste Griff liegt weit weg (Kurze Beine lassen grüßen!).

Die ersten Griffe am Überhang…

Da baumel’ ich…

Also rufe ich „Zu“, bekomme die Antwort „Ist Zu“. Ich greife nach dem Achterknoten und in dem Moment passiert es: Da ich am Überhang war, fange ich an zu baumeln! Ich kann mich nämlich nicht mehr mit den Füßen an der Wand abstützen. Ich hänge wie ein Äffchen am Seil und werde langsam runtergelassen. Der feste Boden unter den Füßen ist toll!

Auch Leonhard klettert nun auf den Überhang zu. Er schafft es höher als ich – allerdings auch nicht bis ganz oben. Auch er baumelt nun am Seil und ich lasse ihn langsam runter. Es ist einfach für Anfänger sehr anspruchsvoll, wenn man einen Überhang bezwingen will. Wir haben es nicht ganz geschafft, aber sind trotzdem sehr stolz auf uns.

Auf jeden Fall: Wiederholung!

Und Spaß gemacht hat es auch! Wir werden auf jeden Fall nochmal hier klettern gehen! Wenn ihr auch klettern gehen wollt, dann findet ihr auf der Homepage der Kletterhalle Schmallenberg noch mehr Infos zu den Öffnungszeiten und Preisen. Von Donnerstag bis Samstag könnt ihr sogar bis 24:00 Uhr klettern und euch im Hochseilgarten verausgaben. 

Meine Erklärungen ersetzen keinen Kletterkurs! Klettern und Sichern ist sehr anspruchsvoll und es ist lebensgefährlich, wenn ihr es nicht zu 100% richtig macht. Daher: besucht unbedingt einen Kletterkurs, wenn ihr es nicht beherrscht.

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Veröffentlicht von Wilde Hilde

Wilde Hilde

Wilde Hilde - Das bin ich, eure abenteuerlustige Hilde, die hier regelmäßig für euch packende und inspirierende Erlebnisberichte schreibt. Hier werdet ihr immer wieder neue Ideen für eure Aktivitäten im Sauerland finden. Als echte Sauerländerin gebe ich euch hier die besten Tipps und nehme euch mit auf diese erlebnisreiche Entdeckungsreise durch das traumhaft schöne Land der tausend Berge. Für mich gibt es keinen schöneren Ort zum Leben! In meiner Freizeit lese ich gerne und viel, vor allem Romane. Wenn ich mal nicht lese, schreibe oder das schöne Sauerland entdecke, dann stehe ich in der Küche und zaubere Leckereien wie Kuchen, Plätzchen und Herzhaftes. Seid gespannt, was wir zusammen noch erleben werden!

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